Besichtigung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Willingen/Upland

FWGWasser-001

Die Freie Wähler- Fraktion besichtigte die technischen Anlagen zur Trinkwasserversorgung der Gemeinde Willingen/Upland um sich einen tieferen Einblick zu verschaffen hinsichtlich der aktuellen Problematik wie es die Gemeinde zukünftig gewährleisten kann, in den touristischen Spitzenzeiten für eine gesicherte Trinkwasserversorgung zu sorgen ohne exorbitante höhere Kosten zu erzeugen.
Unter Führung von Bauhofleiter Jürgen Querl besichtigte man zunächst die Hochbehälter „Am Wickenborn“. Es werden pro Jahr ca. 625.000 Kubikmeter Frischwasser benötigt, um Willingen und seine Ortsteile zu versorgen. Die derzeit 12 aktiven eigenen Quellen steuern dazu 410.000 Kubikmeter bei, ca. 215.000 Kubikmeter bezieht man über den eigenen Wasserbeschaffungsverband Upland. Hierfür stehen rund 102 km Rohleitungen zur Verfügung. 11 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 7.250 Kubikmeter speichern und bereiten das Wasser auf, um die 2.500 Hausanschlüsse zu versorgen.

Die größte Problematik liegt in den stark frequentierten Urlaubszeiten mit Tagesspitzen bis zu 2500 Kubikmeter am Tage, insbesondere wenn diese in Jahreszeiten fallen, in denen die eigenen Quellen aufgrund ihrer Oberflächennähe kaum ergiebig sind. Daher stellt sich für die nächsten Jahre die Frage, ggf. über das Wasserwerk Schmala (Brilon) Redundanzen zu bilden, was allerdings wahrscheinlich zu Preiserhöhungen bei den Frischwassergebühren führen würde. Mit dem Hintergrund, dass ca. 80 % der Kosten Fixkosten für die Bereitstellung des Frischwassers sind, schlagen die „Freie Wähler“ vor, die Wasserhaushaltssatzung zu ändern auf einen fixen Grundbetrag für die Bereitstellung je Wohneinheit plus eines angepassten Wasserverbrauchseinheitspreises. „Natürlich soll jeder Bürger das zahlen, was er auch tatsächlich verbraucht, große Einheiten wie z.B. Hotels o.ä. benötigen eben mehr wie ein Einfamilienhaushalt, aber die Gemeinde Willingen hat auch eine große Anzahl an Zweitwohnsitzen, welche nahezu keinen entsprechenden Verbrauch übers Jahr haben, die Bereitstellung muss aber ebenso 365 Tage gewährleistet sein. Dies ist eine Ungerechtigkeit zu Ungunsten der Hauptwohnsitze und daher wäre diese Änderung eine gerechtere Verteilung der Kosten und würde eine deutliche Erhöhung der Wassergebühr entgegenstehen.“ Ein weiteres Thema in der Satzung sind die Anschlussgebühren bzw. die Rechtslage bei evtl. Schäden an den Haushaltsanschlüssen, welches immer wieder zu Problemen führt. Die Gemeinde ist bei evtl. Schäden verpflichtet diese zu beheben, natürlich auch in ihrem eigenen Interesse, die Kosten sind allerdings ab Abgang Hauptleitung bis zur Wasseruhr vom Grundstückseigentümer zu tragen, was vielfach zu Kostendiskussionen und Zeitverschleppungen in der Reparatur führt. Mit einer Umstellung auf eine o.g. Grundgebühr pro Wohneinheit plus Verbrauchsgebühr könnten diese entstehenden Kosten mit eingerechnet werden. Hierdurch könnten sicherlich viele unnötige Zusatzkosten vermieden werden und das Wassernetzwerk würde modernisierter dafür sorgen, dass der Wasserverlust (aktuell bei 11%) gesenkt werden könnte, so sind sich die Freien Wähler“ einig.